Schreibtischlampe neu gedacht: die BenQ Screenbar

Es geht vermutlich vielen so, dass ihre Schreibtische immer zu voll sind. Und dann nimmt diese Schreibtischlampe auch noch überproportional viel Platz weg, wenn man bedenkt, dass sie „nur“ zum Leuchten da steht. Die BenQ Screenbar will dieses Problem lösen und ich habe sie über mehrere Wochen getestet. Meine Eindrücke

Auf meinem Schreibtisch ist zu wenig Platz! Und dabei ist er gar nicht so klein. 150 mal 75 Zentimeter um genau zu sein. Und trotzdem, so wirklich Platz habe ich nicht. Da ist natürlich mein iMac in der Mitte, links der Czur Scanner und rechts meist ein Stapel an Büchern mit denen ich gerade arbeite. Oft noch mein iPad in diesem Ständer* als zweiter Bildschirm. Und schon ist auch ein eigentlich recht großer Schreibtisch voll. Das Problem daran: eine Lichtquelle habe ich noch nicht unterbringen können. Zumindest keine, die mir die Fläche vor meinem Rechner ausleuchtet. Wieso benötige ich dort Licht? Ist da nicht eh die Tastatur platziert? Ja, meist. Manchmal ist es aber auch der Ort, an dem ich mein iPad liegen habe, wenn ich handschriftliche Notizen schreibe oder Texte lese. Ab und an finden sich dort auch die eben angesprochenen Bücher. Und gerade früh und abends, wenn es noch oder schon wieder dunkel ist, bin ich froh über ein wenig extra Licht.

Ich möchte also extra Licht, habe aber keinen Platz dafür und der Czur Scanner kann zwar auch als Lampe dienen, aber eben nicht in diesem Bereich meines Schreibtisches. So weit zur Ausgangslage. Umso glücklicher war ich, als BenQ vor einigen Wochen auf mich zugekommen ist und mich fragte, ob ich nicht mal die BenQ Screenbar* testen möchte. Das habe jetzt eine ganze Weile getan, sodass ich meine Eindrücke einmal schildern möchte.

Installation in wenigen Sekunden

Was ist das besondere an der BenQ Screenbar? Ganz klar das Design. Die Screenbar ist eine Lampe, die oben an den Computerbildschirm angebracht wird und dabei auf Schrauben oder dergleichen verzichtet.

Das Anbringen klappt ohne Schrauben, Klemmen oder ähnliches

Das ganze System ist dabei in meinen Augen sehr clever konzipiert und besteht aus nur drei Einzelteilen: Halterung, Kabel und Lampe. Die Lampe wird in die Halterung geklemmt, das Kabel oben durch die Mitte geführt und dann an die Lampe angeschlossen. Das Kabel ist übrigens ein Micro-USB-auf-USB-A-Kabel. Jetzt kommt der eigentliche Trick. Die gesamte Lampe wird nämlich nur an den Bildschirm geklemmt, sodass sie innerhalb von wenigen Sekunden zu installieren ist.

Der Klemmmechanismus besteht aus zwei Komponenten: vorn ein Stück Plastik, welches die Screenbar am Bildschirm festhält. Es ist aber so klein, dass es eine integrierte Webcam wie die vom iMac nicht überdeckt. Hat man jedoch schon eine Ansteck-Webcam am Bildschirm, könnten sich Webcam und Screenbar ins Gehege kommen, das müsste man sich im Einzelfall anschauen und ggf. vorher prüfen.

Das kleine Plastikstück vorn lässt die Webcam frei

Die zweite Komponente ist ein Gegengewicht, dass sich stufenlos an die Wölbung der Bildschirmrückseite anpasst und die Lampe quasi nach hinten zieht. Da ja aber die kleine Plastikbegrenzung die Lampe am Bildschirm hält, bleibt sie an Ort und Stelle. Ich finde diese Art der Anbringung wirklich genial, weil sie super einfach ist, die Lampe stabil hält und der Mechanismus bei allen möglichen Bildschirm-Arten funktionieren kann – alles ohne Schrauben, Kleben oder sonst was.

Licht und praktischer Nutzen

Was kann die Lampe und wie angenehm ist das Licht? Ich finde, dass die Screenbar genau das tut, was sie soll: angenehm im Hintergrund bleiben. Ich möchte eigentlich gar nicht merken, dass sie da ist. Schließlich treibt sich wie eingangs skizziert schon genug auf meinem Schreibtisch herum. Ich möchte einfach nur ein wenig extra Licht und ansonsten nicht weiter gestört werden. Und wenn das die Prämisse ist, dann macht es die Screenbar perfekt. Sie ist halt da und leuchtet, ohne dass ich sie wirklich wahrnehme oder sie Platz wegnimmt. Im Display spiegelt sich übrigens auch klein Licht, da BenQ die Lampe so konstruiert hat, dass sie nur vom Bildschirm weg leuchtet.

Was das Licht der Lampe angeht, kann ich eigentlich nur sagen, dass ich es als ausreichend hell und angenehm empfinde. Sowohl Lichtstärke, als auch Lichttemperatur lassen sich mit zwei Touch-Flächen oben auf der Lampe regulieren und den eigenen Vorlieben nach anpassen. Die Beleuchtungsstärke beträgt dabei maximal 1000 Lux, die Lichttemperatur kann zwischen 2700 und 6500 Kelvin liegen. Das sind für mich aber nur Zahlen ohne Wert, denn wie gesagt – ich möchte diese Lampe eigentlich gar nicht bemerken. Und da kommt es mir natürlich sehr gelegen, dass sie einen Umgebungslichtmesser eingebaut hat. Aktiviert man diesen, passen sich Lichtstärke und -temperatur automatisch an. So reduziert sich meine Interaktion mit der Screenbar auf an- und ausschalten.

An der Oberseite befinden sich Touchflächen zur Bedienung

Preis und Fazit

Würde ich die Lampe weiterempfehlen? Ich denke schon. Sie macht halt einfach extrem viel richtig, indem sie nicht versucht mehr zu sein, als sie ist. Sie ist da ohne dass ich sie großartig wahrnehme, leuchtet vor sich hin, passt sich den Umständen an und nimmt keinen weiteren Platz weg. Allein für die clevere Art der Installation möchte ich sie schon nicht mehr missen.

Bleiben nur noch ein kleines Ärgernis und die Preisdiskussion. Das Ärgernis ist der eingeschränkte Drehwinkel der Lampe. Dadurch, dass die eigentliche Lampe ja nur in die Halterung gesteckt ist, kann man sie in der Halterung hin und her drehen und so den Lichtkegel näher an den Bildschirm ran bringen oder eben weiter weg. Ich habe die Lampe so eingestellt, dass der Lichtkegel möglichst weit weg vom Bildschirm zeigt. Ehrlich gesagt ist der Drehradius aber ziemlich eingeschränkt, was am Kabel liegt, welches weiteres Drehen blockiert. So ist es nicht möglich, beispielsweise bei einem Zoom Call mein Gesicht komplett auszuleuchten für eine bessere Aufnahmequalität. Der Lichtkegel reicht nur bis etwa zur Hälfte meines Gesichts.

Der Lichtkegel ist nur relativ eingeschränkt zu bewegen

Das andere ist der Preis. Die BenQ Screenbar* kostet aktuell 99€, was sicherlich am oberen Ende meines Toleranzspektrums ist. Ich würde mich sicherlich schwer damit tun, diesen Preis zu rechtfertigen, wenn ich die Lampe nicht vorher ausprobiert hätte. Da ich das aber habe, betrachte ich den Preis eher wie folgt: Ja, es ist relativ viel Geld für eine Schreibtischlampe. Dafür bekommt man aber eine Lösung, die mich überzeugt und vor allem zwei sehr konkretes Probleme – Beleuchtung meines Schreibtisches bei gleichzeitigem Platzmangel – elegant löst. Von daher denke ich, ist der Preis gerade noch vertretbar, Innovation kostet halt.


Links, die mit einem Stern * gekennzeichnet sind, sind Affiliate-Links. Bei einem Kauf profitiere ich durch eine kleine Provision, ohne dass das Produkt für euch teurer wird. Somit ist es eine wunderbare Möglichkeit, meine Arbeit zu unterstützen. Außerdem hat mir BenQ eine Screenbar kostenlos zum Testen zur Verfügung gestellt. Dies hatte keinen Einfluss auf mein Urteil, ich möchte es aber gern transparent machen.

2 Kommentare

    1. Ja das hab ich fast befürchtet. Vielleicht wäre es eine Möglichkeit, die Lampe links oder rechts davon zu platzieren? Ist dann aber nicht mehr symmetrisch, was ich persönlich auch nicht so toll fände. Hab auch noch mal nachgemessen: der Clip ist ca. 5mm groß, falls jemand bei sich selbst nachmessen möchte.

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