Das 16“ MacBook Pro ist da

Fans des MacBook Pro wird diese Nachricht freuen: Das neue MacBook Pro wurde gestern von Apple vorgestellt. Was hat sich seit dem letzten Update getan? Und ist ein Kauf zu empfehlen? Ein Kurzüberblick.

Bildschirm, Größe und Gewicht

Ein kleiner Disclaimer vorab: Ich habe natürlich kein Testgerät, dieser Artikel basiert ausschließlich auf dem, was ich in den vergangenen ~12 Stunden gelesen und gehört habe. Aber immerhin war das eine Menge. Unter anderem die aktuellen Folgen von Upgrade und ATP, sowie Testberichte von John Gruber, MacStories und Marco Arment.

Zuerst die offensichtlichste Veränderung: Statt guten 15 Zoll ist der Bildschirm nun 16 Zoll groß und hat nun eine Pixeldichte von 226 Pixeln pro Inch. Vorher waren es 220, der Bildschirm ist also noch einmal schärfer geworden. Wer gerne auf großen Bildschirmen arbeitet, wird das zu schätzen wissen. Vor allem, wenn man bedenkt, dass die Abmaße des Gehäuses nur geringfügig größer geworden sind. Statt 34,9×24,0x1,5cm hat das Gehäuse nun die Maße 35,8×24,6×1,6cm. Sicherlich Veränderungen mit denen man leben kann. Deutlich markanter ist die Gewichtszunahme. Wog das 15“-Macbook noch 1823 Gramm, sind es nun 1950 Gramm. Allerdings hat diese Gewichtszunahme gute Gründe.

Batterie

Und zwar ist die Batterie signifikant größer geworden. Es steckt nun eine 100 Wattstunden-Akku im MacBook Pro, was das absolute Höchstlimit der US-amerikanischen Luftaufsichtsbehörde ist. Laptops mit größerem Akku dürfen nicht in die Kabine mitgenommen werden. Apple ist hier also ans gesetzliche Limit gegangen, was mit Sicherheit ein guter Grund für ein schweres MacBook ist.

Tastatur

Kommen wir zum Elefanten im Raum: die Tastatur. Über wenige Produkte oder Produktteile im Apple-Kosmos gab es in den vergangenen Jahren so viele Beschwerden wie über die sogenannte Butterfly-Tastatur, die aufgrund des darunter liegenden Tastenmechanismus so genannt wurde: zu wenig Tastenhub, zu laut, keine physische Escape-Taste (tödlich für Programmierer*innen), Pfeiltasten, die sich nicht erfühlen lassen, sodass man immer hingucken muss und vor allem – viel zu anfällig für kleinste Partikel an Schmutz. Klemmende Leertasten oder gedoppelte Buchstaben waren die Folge, sodass sich Apple genötigt sah, ein Austauschprogramm einzurichten. Aber trotz aller Bemühungen: die Tastatur wurde einfach nicht geliebt, ganz im Gegenteil.

Die neue Tastatur: mit physischer Escape-Taste und Touch Bar
Die neue Tastatur: mit physischer Escape-Taste und Touch Bar

Nun also endlich die Wende. Die neuen MacBook Pros bekommen ein Magic Keyboard, das eine an Laptops angepasste Tastatur ist, wie man sie vom iMac oder Mac Mini kennt. All die benannten Probleme wurden adressiert, sodass man sehr wohl darauf hoffen kann, nun endlich wieder eine wirklich gute Tastatur zu haben. Mehr Details gibt es im Review von Marco Arment.

Sound

Überraschung! Apple hat auch beim Sound ordentlich drauf geschlagen – und das gleich in doppelter Hinsicht. Zum einen sollen die Lautsprecher nun deutlich besser sein. Was heißt das konkret? Sie sollen wohl nicht mehr nur wie sehr gute Laptop-Lautsprecher, sondern wie wirklich gute externe Lautsprecher klingen. Zudem sind sie lauter bei gleichzeitig geringerem Vibrieren des Gehäuses, was bei Laptops eigentlich immer ein Problem ist, da der Sound auch über die Tastatur ausgegeben wird. Aber nach allem was ich so höre und lese, schlägt Apple die Konkurrenz hier vernichtend.

Zweitens – und das dürfte noch überraschender sein – wurde das eingebaute Mikrofon deutlich aufgewertet. Es ist nun so gut, dass man es durchaus für Sprachaufnahmen, beispielsweise für einen Podcast nutzen kann. Natürlich klingt ein „richtiges“ Mikro hörbar besser. Wer aber gerade unterwegs ist und nur seinen Laptop dabei hat, wird sich freuen, diese Möglichkeit zu besitzen.

Prozessor, SSD, RAM & Grafikkarte

Hier halte ich es bewusst kurz. Man hat die Wahl zwischen einem 2,6 GHz 6-Kern Intel i7, einem 2,3 GHz 8-Kern Intel i9 oder einem 2,4 GHz 8-Kern Intel i9 Prozessor.

Der Arbeitsspeicher beginnt bei 16GB, optional sind 32 und – neu – 64GB. Bei den Grafikkarten kann man zwischen einer AMD Radeon Pro 5300M, 5500M (4GB) oder einer 5500M mit 8GB Speicher wählen.

Zuletzt noch die SSD. Apple hat hier die Einstiegsgröße angehoben. Statt bisher 256GB in der kleinsten Ausführung bekommt man nun 512GB. Wer mehr benötigt, kann zwischen 1TB, 2TB, 4TB und sogar 8TB wählen.

Anschlüsse

Hier hat sich nichts getan: 4 Thunderbolt 3 (USB-C) Anschlüsse und ein Kopfhörer-Eingang. Kein SD-Kartenslot. Ebenso sind Touch ID und Touch Bar wieder mit an Bord.

Preis und Kaufempfehlung

Die gute Nachricht zuerst: die MacBook Pros sind nicht teurer geworden. Die schlechte Nachricht: Sie gingen auch vorher schon ziemlich ins Geld. Das günstigste 16“-MacBook Pro ist für 2699€ zu haben. Dafür gibt es den 6-Kern i7 Prozessor, eine AMD Radeon 5300M Grafikkarte mit 4GB Grafikspeicher, 16GB RAM und eine 512GB große SSD. Nach oben hin gibt es wenig Grenzen – wer alles ausreizt landet irgendwo bei über 7000€, aber das braucht natürlich niemand. 64GB Arbeitsspeicher oder 8TB SSD richten sich an Profis, die damit ihr Geld verdienen und in absoluten Nischen unterwegs sind.

Von daher ist es gut, dass es diese Optionen gibt. „Normaler“ User*innen werden eher bei guten 3000€ landen. Ich könnte mir z.B. eine Konfiguration mit 6 Prozessorkernen, 32GB RAM, der Standard-Grafikkarte und 1TB an SSD vorstellen – das wären dann 3419€, sofern man nicht einen Bildungsrabatt nutzen kann. Keine Frage, das ist extrem viel Geld und man muss sich gut überlegen, ob man solch ein Gerät benötigt, oder ob man nicht lieber ein 13 Zoll MacBook, das MacBook Air oder ein iPad (Pro) möchte. Wer aber gern das große MacBook Pro nutzen möchte, bekommt mit diesem Update allem Anschein nach wieder richtig was geboten für sein Geld. Eine endlich wieder gute (und hoffentlich dauerhaft verlässliche) Tastatur, mehr Bildschirm, eine größere Batterie, großartigen Sound und einige Performance-Verbesserungen.

Hier geht’s zum Konfigurator.

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