Papierlos mitschreiben! Aber wie?

Wie kann ich am besten papierlos mitschreiben? Das ist eine der wichtigsten Fragen, die sich für ein papierloses Studium stellen. Welche Lösung für Vorlesungen und Seminare am meisten Sinn machen, erfahrt ihr in diesem Artikel.

Die naheliegende Lösung: Laptop

Die meisten werden wohl schlicht auf einen Laptop zurückgreifen. Blickt man einmal in einen beliebigen Hörsaal, so sieht man dort viele, viele MacBooks (im Normalfall MacBook Airs), ergänzt durch das ein oder andere Samsung-Gerät, seltener Lenovos oder anderes.

Das macht auch durchaus Sinn, sind doch die Meisten nach wie vor auf Laptops gepolt, da Tablets ja nur amputierte Computer seien. Beim Thema Mitschriften verhält es sich aber genau umgekehrt. Man kann zwar bei entsprechender Übung sehr schnell mitschreiben, beim Annotieren von Folien wird es aber direkt problematisch. Möchte man dann eventuell mal noch eine Grafik oder ein Diagramm hinzufügen, ist man schnell aufgeschmissen. Eh man solche Elemente mit Maus und Tastatur nachgebaut hat, ist der oder die Professor*in längst beim nächsten Thema.

Die bessere Lösung: Tablet mit Tastatur und Stift

Beim Thema Diagramme/Grafiken/Zeichnungen, zeigt sich, dass früher eben doch nicht alles schlechter war. Mit etwas Übung bekommt fast jede*r ein brauchbares Diagramm in kürzester Zeit aufs Papier.

Um auch papierlos in dieser Hinsicht effektiv zu sein, empfehle ich deshalb eine Kombination aus Tablet, Tastatur und entsprechendem Eingabestift. Dieses Trio verbindet alle Vorteile: Mit einer (Bluetooth-)Tastatur kann man genauso schnell mitschreiben, wie mit einer Laptop-Tastatur. Der Stift ermöglicht Zeichnen oder auch das direkte handschriftliche Mitschreiben und dazu ist alles direkt digital, wie es sein soll.

Natürlich kann man auch beispielsweise GoodNotes nutzen, um direkt die Folien der Vorlesung zu annotieren. Wie das am besten geht, habe ich hier beschrieben.

Der Königsweg (Stand: Mai 2018): iPad (349€)

Bis vor kurzem war diese Ideallösung allerdings noch ein sehr teures Vergnügen, zumindest wenn man unter iOS arbeiten möchte. Die „billigste“ Konfiguration des iPad Pro kostet bereits 729€. Möchte man mehr Speicher, die 12,9‘-Variante oder mobiles Internet, darf man kräftig draufzahlen und landet schnell bei über 1000€. Wer es sich leisten kann, bekommt dann natürlich ein echtes Arbeitstier, aber für die breite Masse wird das wohl zu teuer sein.

Ende März stellte Apple aber ein neues iPad vor — ohne Pro im Namen und satte 380€ günstiger in der Basiskonfiguration. Das was im Namen fehlt, wurde glücklicherweise in die Hardware gesteckt. Das iPad 2018 unterstützt nun nämlich Stifteingabe. Zumindest wenn man einen Apple Pencil besitzt. Dessen Preis wurde gleichzeitig von 109 auf 99€ gesenkt, was immer noch sehr viel ist, aber besser als nichts.

Fakt ist: Ein iPad mit Bluetooth-Tastatur und Pencil ist in meinen Augen die beste, da universalste Lösung für Mitschriften in der Universität. Das iPad hat genügend Rechenpower und der Pencil funktioniert tadellos. Nicht verschweigen sollte man aber die Kosten. Angenommen ich kaufe ein iPad mit 128GB Speicher und Wifi only (439€), eine Logitech K380 Bluetooth Tastatur (40,99€), sowie den Apple Pencil (99€), landet man am Ende auch bei knapp 600€. Das ist sicher nicht wenig Geld, relativiert sich aber, wenn man Laptops als Vergleich heranzieht. Dazu ist die iPad-Kombination noch ein Stück portabler und vor allem bereit für handschriftliche Eingaben.

Alternativen? Android/Windows Tablets

Nicht verschweigen möchte ich hier, dass es natürlich auch noch andere Tablet + Stift-Lösungen gibt. Android-Tablets halte ich allerdings für ungeeignet. Hier gibt der Markt einfach nichts Gutes her. Auf dem Telefon mag Android für viele eine Alternative zu iOS sein und einige Android Phones sind sogar interessant. Auf dem Tablet-Markt sehe ich aber nichts, was hier Sinn macht. Die wenigen Android-Tablet, die halbwegs gut sind, kosten nicht weniger als ein iPad, womit auch ein möglicher Preisvorteil wegfällt.

Bleibt noch die Surface-Reihe von Microsoft. Da ich selbst nie ein Surface genutzt habe, kann ich keine persönlichen Erfahrungen schildern, Testberichte lassen aber darauf schließen, dass sie eine echte Alternative sind. Es lohnt sich also zumindest mal ein Blick ins Windows-Land. Dass Microsoft richtig gute mobile Qualität bieten kann, zeigen die Office-Apps für iOS, die zum Besten gehören, was man auf iOS finden kann.

Ich persönlich könnte kaum zufriedener mit der Kombination aus iPad Pro 12,9’, Apple Smart Keyboard und Apple Pencil sein und wer das Geld hat, kann bedenkenlos auf dieses Paket zurückgreifen. Für alle anderen bietet aber auch das günstige iPad alles Nötige und ist mehr als nur ein Laptop-Ersatz. ⌨🖊


Coverfoto: unsplash-logoJess Watters

3 Kommentare

  1. Ich finde ehrlich gesagt, dass hier eine recht wichtige Variante fehlt – die Convertibles. Ich besitze ein nicht gerade günstiges Lenovo Yoga, da ich Informatik studiere, und es ist wirklich sehr angenehm. Man kann sowohl tippen bei Programmierübungen, aber auch mit dem Stift kurze Anmerkungen machen, etwas malen oder ganz mitschreiben.
    Bei den Kosten liegt man dabei halt zwischen einem teuren iPad und einem Ultrabook (also knapp 1000-2000 Euro).

    Das einzige, was wirklich fehlt, ist die GoodNotes-App 😉

    1. Spannender Punkt, danke für den Hinweis! Das Sein bestimmt eben das Bewusstsein und da ich selbst kein Convertible nutze, taucht es auch nicht im Artikel auf. 😉 Aber da es ja eine sehr zentrale Frage für ein Blog über papierloses Arbeiten ist, wird es sicherlich mal einen Nachfolgeartikel geben – dann auch mit Convertibles. 🙂 Welches Programm nutzt du denn vorrangig?

      1. Ja, das stimmt. dazu sind Convertibles ohnehin noch nicht so alt, dass sie jeder gut kennen würde.

        Momentan noch ungeschlagen ist OneNote (abgesehen von der recht dürftigen Umwandlung von Handschrift in Text), da man darin so gut wie alles machen kann, auch mathematische Formeln sind relativ gut zu tippen. Man kann darin ja auch das ganze Skript oder die Folien einfügen und Anmerkungen machen. Kommt aber darauf an, wie sehr sie die App-Version verbessern, da es im neuen Office-Paket kein OneNote mehr geben wird.
        Für Handschriftliches finde ich derzeit MyScript Nebo auch nicht schlecht, das liest selbst den schnell hingekritzelten Satz noch relativ gut und wandelt ihn in normalen Text um, sodass man es danach in ein Word- oder PDF-File umwandeln kann.

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